Insulinpumpen – Eine Übersicht

Welche Arten von Insulinpumpen gibt es und worin liegen die Unterschiede?

Es gibt mehrere Wege, dem Körper Insulin zuzuführen: Mithilfe von Medikamenten, Pens, Spritzen  oder Pumpen. Abhängig davon, welcher Typ von Diabetes vorliegt und in welcher Menge Insulin zugeführt werden muss, kann eine Insulinpumpen-Therapie sinnvoll sein. Dazu berätst du dich am besten mit deinem Diabetologen, da neben Krankheitsbild auch noch weitere Faktoren, wie Begleit- und Nebenerkrankungen, körperliche Verfassung oder das Alter, ausschlaggebend sind.

Kind bespricht Insulineinstellung mit Diabetologen

In der Regel kann der Diabetes Typ 1 mithilfe einer Insulinpumpe therapiert werden. Diese Pumpen sind so konzipiert, dass die täglich notwendige Menge an Insulin automatisch dem Körper zugeführt wird. Dies geschieht über eine Kanüle, die mit der Pumpe verbunden ist, und deren Ende direkt im Unterhautfettgewebe endet. So werden kleinere Mengen Insulin kontinuierlich abgegeben. Sollte jedoch kurzfristig eine Blutzuckerkorrektur notwendig sein, lässt sich diese per Knopfdruck direkt an der Pumpe abgeben. Der behandelnde Arzt legt mithilfe des Patienten fest, wie viel Insulin über einen Zeitraum von 24 Stunden benötigt wird. Das kann am Anfang etwas dauern, bis man die richtige Dosierung festgestellt hat. Deshalb ist es wichtig, die Insulinpumpentherapie begleitend mit seinem Diabetologen durchzuführen.

Aufgrund ihrer Funktionsweise haben Insulinpumpen also einen großen Vorteil gegenüber Pens und Spritzen: Die Insulinpumpen ermöglicht es, die Therapie kontinuierlich durchzuführen, zu überwachen und ggf. anzupassen. Durch das automatische Versorgen mit Insulin können Diabetiker ihren Tagesablauf freier gestalten, tragen stets das Insulin bei sich und gewinnen dadurch ein Stück Lebensqualität zurück. Auch das Reisen mit Diabetes wird dadurch erleichtert.

Es gibt zwei Arten von Pumpen, die sich für diese Insulintherapie eignen: eine Schlauchpumpe oder eine Patchpumpe.

Die Schlauch-Insulinpumpe

Diese Geräte sind die gängigsten Insulinpumpen bei der Therapie von Diabetes. Sie werden an der Kleidung befestigt und mithilfe eines Schlauchs und einer Kanüle mit dem Körper verbunden. Die Kanüle sitzt am Ende des Schlauchs und wird unter die Haut eingeführt. So gelangt das Insulin von der Insulinpumpe in das Unterhautfettgewebe des Körpers. Meistens tragen die Betroffenen die Pumpe am Gürtel oder in Hosentaschen.Accu-Chek Spirit Schlauchpumpe

In Deutschland hast du die Wahl zwischen folgenden Modellen:

  • MiniMed 640G/670G,
  • Accu-Chek Insight
  • Accu-Chek Spirit Combo
  • Dana Diabecare RS,
  • mylife YpsoPump oder
  • Tandem Diabetes Care t:slim X2

 


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Die Insulin-Patchpumpe

Omnipod Patchpumpe

Ein anderer Weg der Insulinversorgung stellt die Insulin-Patchpumpe dar. Sie wird umgangssprachlich auch „Pflasterpumpe“ genannt, da sie neben der Softkanüle mithilfe eines Pflasters am Körper angebracht wird. Diese ermöglicht eine zuverlässige, schlauchfreie Insulintherapie ohne Infusionsset und bietet so mehr Flexibilität und Bewegungsfreiheit im Alltag.

In Deutschland steht dir folgendes Gerät zur Verfügung:

  • Omnipod-System

Zusätzlichen Halt bekommst du durch spezielle Omnipod Fixierungspflaster oder Omnipod Fixierband.


Aufbau und Funktionen von Insulinpumpen

Die gängigsten Geräte sind nicht größer als eine Zigarettenschachtel und werden außen am Körper getragen. Je nach Modell besitzen die Insulinpumpen einen kleinen Motor, eine Ampulle mit Insulin,  ein Display mit Bedienknöpfen und ggf. einen Schlauch mit Infusionsset.

Alle Insulinpumpen verfügen über die Funktion, unterschiedliche Insulindosen mit verschiedenen Abgabeintervallen einzustellen. Das macht sie so hilfreich: Denn Patienten haben dadurch die Möglichkeit, mehrerer dieser Profile zu erstellen, um so ihren Alltag flexibler zu gestalten.

 Insulinpumpen und Messgeräte

Pumpe mit CGM

Zudem werden mittlerweile auch Pumpen angeboten, die mit einem Messgerät gekoppelt werden können, das kontinuierlich die Zuckerkonzentration im Unterhautfettgewebe ermittelt, z. B. das Messgerät Enlite Guardian 3 und die Schlauchpumpe Minimed 670G.

Diese Messsysteme liefern einen Überblick über die Glukosewerte im Blut – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bei Bedarf können sie sogar sofort reagieren. Ist der Blutzuckerspiegel beispielweise über einen längeren Zeitraum zu niedrig und der Patient nimmt die entsprechenden Symptome nicht

wahr, kann das System die Insulinabgabe für eine bestimmte Zeit stoppen. Diese Funktion erhöht die Therapiesicherheit nicht nur in der Nacht, sondern auch in stressigen Situationen, bei Langstrecken-Flügen oder im Schichtdienst.

 

Vor- und Nachteile einer Insulinpumpentherapie

Für Diabetiker gibt es im Vergleich zu der Pen-Variante einige Vorteile, die Therapie mittels Insulinpumpe durchzuführen.

Vorteile der Pumpentherapie:
  • bessere Kontrolle und schnelleres Überwachen der Werte
  • mehrere Profile können erstellt und so auf die unterschiedlichen Bedürfnisse reagiert werden (z.B. beim Schlafen, bei sportlicher Betätigung, oder bei Langstrecken-Flüge)
  • da jederzeit und überall Insulin dem Körper zugeführt werden kann, können Diabetiker schneller reagieren, z. B. nach der Einnahme von fett- oder eiweißhaltige Mahlzeiten
  • Betroffene mit einem unregelmäßigen Tagesablauf, z. B. bei Schichtarbeit, können ebenfalls ihren Tagesablauf flexibler gestalten, da das Insulin nicht mehr nach einem festen Spritzrhythmus gegeben werden muss
Nachteile der Pumpentherapie:
  • Pumpe muss über 24 Stunden täglich am bzw. im Körper getragen werden
  • nur kurzzeitiges Entkoppeln möglich, z. B. zum Schwimmen
  • Kanüle muss alle zwei bis drei Tage gewechselt werden
  • Lange Verweildauer der Injektionsnadel und des Befestigungspflasters in bzw. auf der Haut kann zu Hautirritationen, Infektionen oder allergischen Reaktionen führen
  • Kostenintensive Therapie, daher kann es dauern, bis die Krankenkasse zustimmt und die Kosten übernimmt
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