Verschiedene Diabetes-Typen

Grundlagen

Diabetes ist nicht gleich Diabetes, auch wenn der Volksmund das gerne mal verwechselt. Zwar haben allen Diabetes-Typen gemeinsam, dass die Insulinproduktion und -aufnahme gestört ist. Allerdings gibt es hier erhebliche Unterschiede. Welche das sind und wie man die einzelnen Diabetes-Formen erkennt, erklären wir dir hier.

Die bekanntesten Diabetes-Typen

Zu den bekanntesten Diabetes-Formen zählen Typ 1 und Typ 2 sowie der Schwangerschaftsdiabetes. Diese Typen haben unterschiedliche Ursachen und lassen sich daher nur oberflächlich miteinander vergleichen. Während bei Typ 1 der Diabetes meist im Kinder- und Jugendalter auftritt, entwickelt sich der Diabetes Typ 2 erst im Laufe des Lebens, meistens bei älteren Menschen. Der Schwangerschaftsdiabetes, wie der Name schon vermuten lässt, kann hingegen schwangere Frauen betreffen. Dann ist der Diabetes meist nur temporär und verschwindet spätestens nach der Geburt des Kindes wieder. Diese drei Formen sind wohl die bekanntesten, da sie die Mehrheit der Diabetes-Betroffenen haben.

Was steckt hinter Diabetes Typ 1?

Die erste Form von Diabetes, der Typ 1, wird auch als Autoimmunkrankheit eingestuft. Denn der Körper ist nicht mehr in der Lage, eigenes Insulin zu produzieren. Der Grund dafür ist das Immunsystem, das die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nicht mehr erkennt und daraufhin zerstört. Diese Betazellen sind jedoch verantwortlich für die Insulinproduktion. In der Folge stellt der eigene Körper kein Insulin mehr her und es kommt zu einem Insulinmangel.

Symptome und Gründe für Diabetes Typ 1


Wie man Diabetes Typ 1 erkennt, erfährst du in unserem Artikel „Diabetes erkennen“.

Der Diabetes Typ 1 weist weitere Unterkategorien auf, z. B. Diabetes Typ 1 LADA. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff Latent Autoimmune Diabetes in Adults, auf Deutsch „versteckter Autoimmundiabetes bei Erwachsenen“ und tritt meistens erst im Erwachsenenalter auf. Häufig sind Betroffene bei der Diagnose 30 Jahre und älter. Daher wird dieser Typ auf den ersten Blick mit dem Typ-2-Diabetes verwechselt. Anhand der Antikörper, die im Blut nachgewiesen können, lässt sich jedoch der Typ 1 LADA eindeutig zuordnen.

Die einzige Therapiemöglichkeit für alle Typ-1-Formen ist eine künstliche Insulinzufuhr von außen, zum Beispiel mithilfe einer Insulinpumpe.


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Diabetes Typ 2

Wenn von Diabetes die Rede ist, ist meist der Typ 2 gemeint, da die Mehrheit aller Betroffenen unter diesem Diabetes leiden. Neben der Insulinresistenz ist bei den Betroffenen zudem die Ausschüttung von Insulin gestört. Die Ursache hierfür sind insulinresistente Körperzellen, die immer weniger Glukose aufnehmen. Die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse versuchen dieses Defizit mit einer erhöhten Insulinproduktion auszugleichen. Durch diese ungewöhnliche Kraftanstrengung ermüden die Betazellen und der Blutzuckerspiegel steigt weiter an. Wesentliche Faktoren, die Diabetes Typ 2 bedingen, sind Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Auch hier muss Insulin von außen zugeführt werden, entweder in Form von Tabletten oder mithilfe eines Insulinpens.

Gründe für Diabetes Typ 2


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Seltenere Diabetes-Typen

Doch auch die Einteilung in Typ 1 oder Typ 2 lässt sich nicht immer durchführen. Deshalb hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft eine eigene Gruppe für diese Sonderform festgelegt: den Typ-3-Diabetes. Darunter fallen diabetische Stoffwechselerkrankungen, die beispielsweise aufgrund einer defekten Bauchspeicheldrüse, wegen Nebennieren- und Schilddrüsenerkrankungen oder aufgrund von Vererbung entstehen.

Auch MODY-Diabetes wird der dritten Form zugeordnet. MODY steht für „Maturity onset diabetes oft he young“ – ein Erwachsenendiabetes, der im Jugendalter auftritt, so die Übersetzung. Er wird auch als Tpy 3a bezeichnet. Meistens tritt der MODY-Diabetes noch vor dem 25. Lebensjahr auf und erinnert aufgrund seiner Symptome zunächst an Diabetes Typ 2. Genetische Defekte sind auch hier die Ursache für Diabetes. Dann sind die Funktionen der Betazellen gestört, was zu einer beeinträchtigten Insulinausschüttung führt. Der Anteil an MODY-Diabetes liegt unter allen Betroffenen zwischen 2 und 5 %. Zurzeit gibt es insgesamt elf verschiedene MODY-Diabetes-Typen. Anfangs werden als Therapiemaßnahme Sulfonylharnstoffe verabreicht. Später ist jedoch eine Insulintherapie unumgänglich.

Auch der Diabetes Typ F darf nicht außer Acht gelassen werden: Damit sind Familie und Freunde eines Betroffenen gemeint. Denn die Diagnose Diabetes hat Auswirkungen auf das gesamte Leben des Erkrankten. Neben der dauerhaften und lebenslangen Insulintherapie muss eventuell auch der Tagesablauf geändert werden. Auch eine Ernährungsumstellung ist möglich. Urlaube müssen längerfristig vorbereitet werden, denn das Reisen mit Diabetes fordert eine gute Planung. Deshalb sollten Menschen unmittelbar in der Nähe der Betroffenen bestens über Diabetes Bescheid wissen. Je aufgeklärter sie sind, umso mehr können sie die Betroffenen unterstützen und eine Hilfe sein.

Neue Einteilung von Diabetes Typ 2

2018 haben schwedische Forscher eine Neueinteilung der Diabetes-Typ-2-Varianten vorgeschlagen. Dabei unterscheiden sie in drei schwere und zwei leichte Diabetes Typen.

  • SAID-Patienten (schwerer autoimmuner Diabetes) weißen Antikörper gegen Insulin im Blut auf, haben einen Insulinmangel und eine schwere Stoffwechselstörung.
  • SIDDPatienten (schwerer Insulinmangel-Diabetes) haben keine Antikörper gegen Insulin im Blut, jedoch einen Insulinmangel und eine daraus resultierende schwere Stoffwechselstörung.
  • SIRD-Patienten (schwerer insulinresistenter Diabetes) sind gegen Insulin resistent, adipös und haben eine schwere Stoffwechselstörung.
  • MOD-Patienten (leichter adipositasbedingter Diabetes) sind nicht gegen Insulin resistent, adipös und haben eine leichte Stoffwechselstörung.
  • MARD-Patienten (leichter altersbedingter Diabetes) weißen keine Insulinresistenz auf, sind bereits in einem hohen Alter und leiden an einer leichten Stoffwechselstörung.

Jedoch hat sich diese neue Einteilung noch nicht in den einzelnen Therapiemaßnahmen manifestiert. So könnten Software-Tools beispielsweise den möglichen weiteren Krankheitsverlauf besser berechnen.

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